Zu den wichtigsten Bauteilen in Fahrzeugen zählen zweifelsohne die Bremsbeläge. Zum einen stellen sie eines der sicherheitsrelevantesten Bauteile eines Autos dar, zum anderen unterliegen wenige Ersatzteile einer höheren Beanspruchung bzw. einem intensiveren Verschleiss. Bremsbeläge werden mitunter auch als “Bremsklötze”, “Bremsbacken” oder “Bremssteine” bezeichnet. Gemeinsam mit den Bremsscheiben sind Bremsbeläge ein elementarer Bestandteil der Bremsanlage eines KFZ. Beim Bremsvorgang reibt der Bremsbelag an der Bremsscheibe. Dabei wird die Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt, um so die Geschwindigkeit des Fahrzeugs zu drosseln.
Bremsbeläge bestehen in der Regel aus drei Komponenten: 1. Der Trägerplatte, die meist aus Metall hergestellt ist, um hoher Beanspruchung zu genügen. 2. Dem so genannten “Reibmittel”; dem eigentlichen Belag, der sich aus vielen verschiedenen Stoffen zusammensetzt. Diese werden in verschiedene Kategorien (semi-metallisch, organisch, nieder-metallisch, keramisch) eingeteilt. 3. Der Dämmplatte, die Geräusche reduzieren soll und entweder aus Metall oder Kunststoff besteht.
Wichtig ist, dass Bremsbeläge gleichmäßig arbeiten, selbst unter großer Hitze (um das so genannte “Fading” zu verhindern). Sie müssen Temperaturen von bis zu 800 Grad problemlos aushalten können und selbst bei großen Kräften extrem belastbar sein. Werden an einem Fahrzeug neue Bremsbeläge verbaut, so müssen diese zunächst eingefahren werden. In dieser Zeit erfolgt eine Angleichung der Belagoberfläche an die Bremsscheibe. In diesem Prozess entwickelt sich das so genannte “Tragbild” der Bremse. Ist der Prozess abgeschlossen können Bremsbeläge und Bremsscheiben im Zusammenspiel die optimale Wirkung (die so genante “Verzögerung”) erreichen.
Da Bremsbeläge beim Bremsen unter mitunter großer Kraft an die Bremsscheiben gepresst werden und an diesen reiben, entsteht ein Verschleiß des Reibmittels. Die entstandenen Partikel werden “Reibkohle” oder “Bremsstaub” genannt. Mit zunehmendem Verschleiß verringert sich die Bremswirkung des Fahrzeugs und die Bremsbeläge müssen somit regelmäßig gewechselt werden. Wichtig ist, dass Bremsklötze einer Achse stets in Paaren getauscht werden. Wie erwähnt bilden Bremsscheiben und Bremsbeläge eine aneinander angepasste Einheit. So ist es wichtig, dass auch bei einem Wechsel der Bremsscheiben, der seltener notwendig ist als der der Beläge, auch die Bremsbeläge gegen neue Ersatzteile gewechselt werden. Ein Indikator, wann ein Wechsel der Bremsklötze ansteht, ist die “Verschleißanzeige” (auch “Warnkontakt” genannt), die heute in fast allen modernen Autos verbaut ist. Diese misst die Dicke des Belags und sendet nach Unterschreiten eines Mindestwertes durch einen Sensor ein Signal an die Bordelektronik des Fahrzeugs. Sodann meldet eine Kontrolleuchte im Cockpit den enstehenden Wechsel der Bremsbeläge. Eine alternative zur elektronischen Verschleißanzeige, die in einigen Fahrzeugen Verwendung findet, ist die akustische Warnung vor Verschleiß. Sofern der Bremsbelagnur noch eine geringe Dicke aufweist ertönt ein Signal in Form eines Quietschens.
Wie bei allen Autoteilen gilt auch für Bremsbeläge eine strikte Qualitätsnorm. Diese als “ECE-R 90” bezeichnete europäische Norm regelt die wichtigsten Beschaffenheiten der Bremsbeläge (u.a. bzgl. der Reibwerte, Festigkeiten, Belastbarkeit) sowie der geforderten Verpackung. Wichtig ist, dass auf dem Belag ein so genanntes “E-Prüfzeichen” aufgebracht ist. Das Prüfzeichen gibt an, dass die Bremsbeläge qualitativ den von den Autoherstellern verwendeten Bauteilen entsprechen (Details zum Thema “Originalteile, Identteile und Nachbauteile” finden sich u.a. im daparto Autoteile-Ratgeber). Zahlreiche Autoteile-Hersteller bieten Bremsbeläge am freien Teilemarkt an. Zu den namhaften Marken zählen u.a. Jurid, Pagid, Ferodo, ATE, Bosch, Textar, Triscan, TRW und Pex.



