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Klassiker des Automobildesign: Der Mercedes SEC W126 – 6. September, 2010

Zu den spektakulärsten Fahrzeugen der letzten 30 Jahre zählt sicherlich das Coupe der Mercedes S-Klasse der W126 Baureihe – der so genannte SEC. Bereits seine Vorgänger, der Mercedes W111 Coupe sowie das als “SLC” bezeichnete Coupe des SL R107 bestachen durch ihr attraktives Design und ebneten den Weg für den SEC, der im Rahmen der IAA 1981 erstmals vorgestellt wurde.

Viele Mercedes SEC der Baureihe W126 wurden in den 80er Jahren (leider) durch Tuning-Maßnahmen "veredelt"

Viele Mercedes SEC der Baureihe W126 wurden in den 80er Jahren (leider) durch Tuning-Maßnahmen "veredelt"

Zum Start der Serie des W126 war das Coupe als 380 SEC und als 500 SEC erhältlich. 1985 wurden im Rahmen einer Modellpflege auch die Motoren überarbeitet; die 3,8 Liter Version wurde vom 420 SEC abgelöst und mit dem 560 SEC erweiterte ein neues Spitzenmodell die Palette der angebotenen Coupes. Der über 250 km/h schnelle Mercedes leistete 300 PS und kostete weit über 100.000 Mark.  Viele der SEC Modelle wurden in die USA sowie den Nahen Osten exportiert; nur rund 40% verblieben in Deutschland. Bevor in 1991, nach 10-jähriger Bauzeit – die Produktion endete wurden vom Mercedes 500 SEC mehr als 30.000 Stück hergestellt. 560 SEC mit knapp 29.000 Einheiten, 380 SEC mit mehr als 11.000 Stück und 420 SEC mit knapp 3700 folgen auf den Plätzen. Nachfolger des W126 SEC wurde das Coupe der Mercedes Baureihe W140 mit ihrem Spitzenmodell 600 SEC, der mit einem V12 Motor ausgestattet war.

Der SEC übt auf viele Autofans dank seines überragenden Designs und seines Status als “Über Auto” der 80er Jahre auch heute noch eine große Anziehungskraft aus. Das Angebot an gebrauchten Fahrzeugen in Deutschland ist nach wie vor groß – viele Gebrauchtwagen weisen jedoch Tücken auf. Zahlreiche Modelle wurden optisch durch Tuning-Maßnahmen verschandelt; auch zeigen viele SEC der ersten Serie umfangreiche Rostentwicklung auf. Neuralgische Punkte sind hier u.a. Seitenverkleidungen und Scheibenrahmen. Daher empfiehlt sich die Anschaffung eines W126 aus zweiter Serie (vor allem der seltene 420 SEC). Gute Autos kosten hier zwischen 12.000 und 15.000 Euro.

Für die Zukunft wird eine weitere Wertsteigerung des Mercedes W126 SEC erwartet. Zwar sind die Autos bzgl. der Unterhaltskosten nicht gerade günstig; die Möglichkeit Reparaturen in Eigenregie durchzuführen ist jedoch durchaus gegeben und die Ersatzteile-Situation recht positiv.

Autotechnik von A bis Z: E wie Elchtest – 1. September, 2010

Mit dem so genannten “Elchtest” ist in Deutschland ein Fahrzeug ganz besonders verbunden – die Mercedes A-Klasse W168. Mit dem Elchtest wird eine Überprüfung der Fahrdynamik eines KFZ vorgenommen, bei dem vor allem die Seitenstabilität auf die Probe gestellt wird.

Beim Elchtest wird das Fahrzeug ohne zu Bremsen in hoher Geschwindigkeit zuerst nach links eingelenkt und nach kurzer Geradeausfahrt nach rechts gelenkt. Im Idealfall zeigt das Auto weder ein Ausbrechen noch ein Umkippen durch die schnellen Spurwechsel. Mit dem Manöver wird das Ausweichen vor einem Elch simuliert; nicht selten werden die Fahrtestets neuer Fahrzeuge in Skandinavien durchgeführt. Der Test wird heute als festes Element bei der Erprobung der Fahrdynamik neuer PKW angewendet; die VDA-Regularien sprechen vom “VDA Spurwechseltest”.

Sofern ein KFZ mit einem ESP ausgestattet ist kann der Elchtest mit weitaus höherer Geschwindigkeit bestanden werden. Schlechte Test-Ergebnisse von Fahrzeugen ohne ESP haben dazu geführt, dass ab 2011 jeder PKW in der EU mit einem ESP ausgestattet sein muss. Ab 2014 gilt diese Regelung für alle PKW weltweit.

Das Synonym für Elchtest-Versager: Die Mercedes A-Klasse (W168)

Das Synonym für Elchtest-Versager: Die Mercedes A-Klasse (W168)

In der Geschichte des Elchtest hab es einige sehr prominente Beispiele, die dabei sang- und klanglos durchfielen. Bekanntestes Beispiel ist die Mercedes A-Klasse. Diese kippte im Rahmen des Tests um und landete auf dem Dach. Obwohl urpsünglich nicht geplant wurde die A-Klasse daraufhin serienmäßig mit ESP ausgestattet, was für ein Fahrzeug der “Golf-Klasse” Ende der 90er Jahre außergewöhnlich war. Der Image-Schaden für Mercedes durch den nicht bestandenen Elchtest war enorm und brachte dem Hersteller sehr viel Spott ein. Bei einem an den Elchtest angelehnten Fahrversuch des ADAC 2005 fiel auch der Dacia Logan auf bzw. um. Auch der BMW 5er (e60) zeigte Probleme im Rahmen des Tests; er brach mit dem Heck aus. 2007 legte sich ein Land Rover Defender während des Elchtests auf’s Dach – Grund war vor allem das fehlende ESP. Das jüngste der umgekippten Fahrzeuge war der Citroen Nemo, der ebenfalls kein serienmäßiges ESP besass.

Problematisch ist der Elchtest nicht nur für Fahrzeuge ohne elektrisches Stabilitätsprogramm, sondern generell für KFZ mit hohem Schwerpunkt. Diese neigen bei schnellerer Fahrt und abrupten Lenkmanövern aus physikalischen Gründen zum Kippen und Umfallen.

Apple Produkte + BRABUS S-Klasse = iBrabus – 29. August, 2010

Seit Jahrzehnten gehört die Firma BRABUS aus Bottrop im Ruhrgebiet zu den ersten Adressen für die Veredelung von Automobilen. Das Unternehmen hat sich der Marke Mercedes verschrieben und modifiziert die zumeist bereist exklusiven Fahrzeuge aus Baden-Württemberg noch einmal signifikant in punkto Aussehen und Leistung. Der Begriff “Tuning” ist für die von BRABUS angebotene Dienstleitung eher Beleidigung als Ehre; vielmehr geht es hier um exklusive Fahrzeug-Veredelung bzw. um die weitere Etablierung der Marke als eigenständiger Fahrzeughersteller. Aus dem Hause BRABUS stammen verschiedene spektakuläre Modelle – vom GoKart-ähnlichen SmartBRABUS Roadster über eine G-Klasse mit knapp 800 PS V12 Motor und Sidepipes bis zum BRABUS Rocket, einem Mercedes CLS der über 350 km/h Spitzengeschwindigkeit erreicht und ein Drehmoment von mehr als 1000 Newtonmeter bietet.

Der iBRABUS - Surfen per iPad bei 340 km/h

Der iBRABUS - Surfen per iPad bei 340 km/h

Im Rahmen des Autosalons in  Moskau hat BRABUS nun seinen neusten Coup vorgestellt. Einer Klientel, der auch im Bereich Automobil kaum ein Wunsch zu exklusiv und teuer sein kann wurde erstmals der so genannte “iBRABUS” vorgestellt. Wie es der Name vermuten lässt ist das Fahrzeug unter anderem mit allerlei Gadgets aus dem Hause Apple ausgestattet. Beim iBRABUS, der für 350.000 Euro zu haben ist,  handelt es sich zunächst einmal um eine Mercedes S-Klasse, die zunächst nach BRABUS-Art mit einem 750 PS leistenden Motor 340 km/h erreicht. Soweit so normal für ein BRABUS Produkt. Interessant wird es bei der zusätzlichen Ausstattung des Wagens. Die Innenausstattung bietet unter anderem 2 iPads sowie einen im Dach eingearbeiteten und absenkbaren Flachbildschirm, der mittels 2 Tastaturen bedient werden kann. Auch ein iPod fehlt nicht. Um das iPad bequem bedienen zu können sind entsprechende Halterungen in den elektrisch ausklappbaren Tischen im Fond eingearbeitet.

Die Apple Produkte sind jedoch nicht einfach dem Fahrzeug als Zugabe “beigelegt”, sondern in die Bordelektronik integriert. Die iPads wurden mit dem “”Comand” System der S-Klasse verbunden, das Navigationssystem, Telefon und die Unterhaltungselektronik des Mercedes steuert.  Alle Funktionen des COMAND Systems können somit auch über die Apple Produkte bedient werden.

Zwar wird die eingebaute Technologie sicherlich von Außenstehenden als “Gimmicks” mit wenig Nutzwert oder gar “Spielerei” interpretiert und deren Nutzwert angezweifelt; solange jedoch die BRABUS Kundschaft auf die angebotenen Features positiv reagiert hat Firmenchef Bodo Buschmann einmal mehr alles richtig gemacht. Wichtig ist letztendlich, was der Kunde als wichtig empfindet. Und so hat der iBRABUS sicherlich beste Verlaufschancen bei egozentrischen Russen oder nicht auf’s Kleingeld schauenden Arabern. Die Apple Ausstattung aus Bottrop ist jedoch nicht ganz billig – für die Basis-Version mit iPad, COMAND-Verbindung und lederbezogenem Klapptisch verlangt BRABUS 8900 Euro. Die Komplettversion kostet gar 48.000 Euro.

Veröffentlicht in Automarken, Mercedes Ersatzteile

ADAC Test von Werkstätten sieht Vertragshändler im Vorteil – 27. August, 2010

Der aktuelle Werkstatt-Test des ADAC hat die Ergebnisse früherer Untersuchungen bestätigt. Während die geprüften Betriebe von Herstellern wie Mercedes, Opel oder Toyota gut abschnitten, konnten die freien Werkstätten aus dem “Meisterhaft” Verbund sowie die getesteten ATU Filialen nicht überzeugen.

Auch in diesem Jahrf hat ADAC wieder freie und markengebundene Werkstätten getestet

Auch in diesem Jahrf hat der ADAC wieder freie und markengebundene Werkstätten getestet

Der ADAC hat insgesamt 75 Betriebe unter die Lupe genommen, darunter je 5 Vertragswerkstätten von Mercedes, Renault, Opel, Toyota und VW, 27 Filialen der ATU Werkstattkette sowie 25 dem “Meisterhaft” Konzept angeschlossene freie Werkstätten. Den Kandidaten wurden “Klassiker” des Werkstatttests vorgeführt, wie z.B. defekte Kennzeichenleuchten,  lose Aufhängung des Auspuffs oder zu geringer Fülldruck des Reserverades. Es ging im Test nicht nur darum, die eingebauten Fehler zu finden – kritisch betrachtet wurde der gesamte Ablauf von der Annahme der Reparatur über die Durchführung bis zur abschließenden Übergabe.

Die im Test geprüften Betriebe von Mercedes überzeugten mit weißer Weste und erhielten 5 Mal die Note “sehr gut”. Bei VW, Opel und Renault erreichten 4 Betriebe die Höchstnote. ATU Betriebe konnten nur in einem Drittel der Fälle alle Fehler finden und beheben, bei “Meisterhaft” Partnern waren es gar nur 25%. 2 ATU Filialen erhielten dagegen die Note “mangelhaft”, während “Meisterhaft” diese Note gleich sieben Mal kassierte.

Der ADAC bemängelte im Test des Reparatur-Prozesses gleich mehrere Punkte – so fehlten u.a. die Direktannahme und eine “verständliche” Rechnung, bei der zudem die Arbeiten dokumentiert waren. Die Organisation rät Autofahrern, beim Werkstatt-Auftrag auf einem Vermerk “Durchführung nach Herstellervorschrift” zu bestehen. Zudem sollten Werkstattkunden auf Preise für Ersatzteile achten. Autoteile in Originalteile-Qualität seien in der Regel günstiger als mit dem Autohersteller-Logo versehen, baugleiche Teile.

Veröffentlicht in Tipps & Tricks

Autotechnik von A bis Z: C wie Coupe – 23. August, 2010

Das “Coupe” bezeichnet eine Bauart für Automobile bzw. PKW. Neben dem Coupe sind die “Limousine” und der “Kombi” die am meisten verbreiteten Bauformen. Ein Coupe zeichnet sich vor allem durch ein geschlossenes Dach, 2 Türen und ein häufig sportlich-elegantes Design (”Schrägheck”) aus. Im Vergleich zu Limousine und Kobi fehlt bei der Karosserie-Variante ” Coupe” die “B-Säule”. Während die Limousine die klassische Bauform eines PKW mit 4 Türen und der Kombi die eher pragmatische Version mit Heckklappe darstellt steht das Coupe für die individuelle, sportliche Variante innerhalb der Baureihe eines Fahrzeugmodells.  Viele Coupes besaßen als klassische “Sportwagen” ursprünglich nur 2 Sitze; mit zunehmender Zeit kamen auch viersitzige Versionen der 2-Türer auf den Markt. Eine Variante des Coupes ist das Cabrio / Cabriolet; ein Fahrzeug in Bauform eines Coupe, dessen Dach geöffnet werden kann. Während von den meisten Volumenmodellen wie der Mercedes E-Klasse W124 oder dem BMW 3er e46 alle Bauformen – Limousine, Kombi (hier “T-Modell” bzw. “Touring” genannt), Coupe und Cabriolet gebaut wurden, gabe es einige Modelle wie den BMW Z3 oder den Audi TT lediglich als Coupe bzw. Cabrio zu kaufen.

Ein Klassiker in "Coupe" Bauweise. Der Opel Kadett C Coupe

Ein Klassiker in "Coupe" Bauweise. Der Opel Kadett C Coupe

Der Begriff “Coupe” leitet sich von einer Bauform der Kutsche ab. Diese Modell bot 2 Sitze in einer überdachten, geschlossenen Kabine, während der Lenker der Kutsche vorn auf einem nicht überdachten Sitz Platz nahm. Das französische Wort “Coupe” bedeutet dabei “abgetrennt” bzw. “verkürzt” – da bei der Kutsche nicht wie üblich 4 Sitze sondern nur 2 Sitze zur Verfügung standen.  Die beschriebene Variante, bei der ein Chauffeur im Freien sitzt, währdend die weiteren Insassen in einem abgeschlossenen Abteil saßen, fand sich auch bei KFZ der 20er Jahre wieder.

In den 60er Jahren wurden zumeist sportliche Cabriolets und Coupes produziert wie z.B. der Porsche 356 und der Porsche 911 oder der Mercedes SL R107. In den 70er Jahren setzten der Opel Manta, der Ford Capri / Ford Consul, der Fiat Spider, der VW Polo Coupe oder der BMW e21 die Bauweise des Coupe fort. Ein bekanntes Coupe aus dieser Zeit ist auch der Opel Kadett C Coupe, der sich noch heute bei vielen Opel Fans großer Beliebtheit erfreut. Einige Fahrzeughersteller wie Ferrari pder Porsche fertigen fast alle Baureihen ausschließlich als Coupe / Cabrio (Ausnahmen sind der Ferrari 400 oder der Porsche Panamera). Aktuell prägen Coupes wie der Audi A5 oder der Jaguar XK das Straßenbild; allerdings weicht die ursprüngliche Definition des Coupe als 2-Türer zusehends auf, indem auch 4-Türer wie der VW Passat CC, der BMW 5er GT oder der Mercedes CLS aufgrund ihrer als “Schrägheck” abfallenden Dachform als “Coupe” bezeichnet werden. Auch Fahrzeugmodelle, die u.a. als 2-Türer erhältlich sind, wie z.B. der VW Golf 3 oder die Mercedes A Klasse A168, wurden in dieser Version als “Coupe” bezeichnet – obwohl ihnen weiteren klassischen Merkmale eines Coupe fehlten und sie eigentlich als “2-Türer Limousine bezeichnet werden müssten.