Das Lenkgetriebe eines Kraftfahrzeugs dient dazu, die Drehbewegung des Lenkrads in eine Schwenkbewegung der Räder umzuwandeln, störende Rückwirkungen der gedrehten Räder auf die Lenkung zu verhindern und dem Fahrer darüber hinaus ein Gefühl für die Straße zu vermitteln. Dabei arbeitet das Getriebe nicht analog: Das Drehmoment des Lenkrads führt nicht 1:1 zu einer entsprechenden Bewegung der Räder, sondern die Drehbewegung wird untersetzt. Dies bedeutet, das der am Lenkrad gedrehte Weg weiter als der dadurch erreichte Radausschlag ausfällt, was ein feinfühligeres Lenken ermöglicht. Bei einem PKW liegt die Übersetzung je nach Größe des Wagens bei 10:1 bis 25:1, bei einem LKW bei 25:1 bis 40:1, wobei ab einem Wert von 16:1 eine Lenkhilfe (“Servolenkung”) benötigt wird.
Es gibt verschiedene Arten von Lenkgetrieben; die drei großen Hauptgruppen sind die Zahnstangen-, die Schrauben- und die Schnecken-Lenkgetriebe.
Zahnstangen – Lenkgetriebe
Diese Art des Lenkgetriebes ist für PKW üblich und ermöglicht eine relativ direkte Übersetzung. Das Lenkrad ist hier mittels der Lenkwelle und eines Zahnrades mit der Zahnstange verbunden, die teilweise die Spurstange ersetzt. Wird das Lenkrad gedreht, verschiebt sich die Zahnstange und schwenkt dadurch die Räder. Hat die Zahnstange eine nach außen hin kleiner werdende Zahnteilung, so führt das zu einer variablen Übersetzung, bei der die Lenkung in der Mitte direkter wirkt, während bei zunehmendem Lenkeinschlag immer weniger Kraftaufwand notwendig ist.
Schrauben – Lenkgetriebe
Diese gibt es in zwei Varianten: Getriebe mit Gleitstein und Kugelumlauf-Lenkgetriebe. Üblicher und besser, da nahezu verschleißfrei, ist das Kugelumlauf-Getriebe, das vor allem bei schwereren Nutzfahrzeugen eingesetzt wird, um eine relativ leichtgängige Lenkung und eine platzsparende Anordnung zu erreichen. Bei dieser Variante befindet sich am Ende der Lenkwelle eine Spindel, in die ein Gewinde gefräst ist, das Kugeln aufnehmen kann. Über diese Kugeln ist die Lenkwelle mit einer Mutter verbunden. Beim Lenkvorgang versetzen die Kugeln durch das Abrollen in ihren Bahnen die Lenkmutter in Bewegung und werden am Ende ihrer jeweiligen Bahnen durch gebogene Rohre wieder an den Anfang zurücktransportiert. Die Zähne der von den Kugeln verschobenen Lenkmutter wiederum führen zur Schwenkbewegung des Lenkstockhebels.
Auch hier gibt es zwei Varianten, nämlich das Schnecken-Segment-Lenkgetriebe und das Schnecken-Rollen-Lenkgetriebe. Ersteres ist sehr kraftaufwändig und hat einen hohen Verschleiß, während die zweite Variante, Nachfolger der ersten, leichtgängig und verschleißarm ist. Für diese Art des Getriebes spricht zusätzlich, dass es platzsparend und weniger aufwändig als das Kugelumlauf-Getriebe ist. Die Funktionsweise ist im Grunde recht einfach: Die Lenkwelle mündet in die Lenkschnecke, die wiederum in das darunter liegende, in eine Gabel drehbar eingelagerte Zahnsegment greift. Diese Gabel schwenkt beim Lenkvorgang aus und gibt die Bewegung an die Spurstangen weiter.




