Artikel-Tags: „Lenkgetriebe“

 

Autotechnik von A bis Z: L wie Lenkgetriebe – 14. Dezember, 2010

Das Lenkgetriebe eines Kraftfahrzeugs dient dazu, die Drehbewegung des Lenkrads in eine Schwenkbewegung der Räder umzuwandeln, störende Rückwirkungen der gedrehten Räder auf die Lenkung zu verhindern und dem Fahrer darüber hinaus ein Gefühl für die Straße zu vermitteln. Dabei arbeitet das Getriebe nicht analog: Das Drehmoment des Lenkrads führt nicht 1:1 zu einer entsprechenden Bewegung der Räder, sondern die Drehbewegung wird untersetzt. Dies bedeutet, das der am Lenkrad gedrehte Weg weiter als der dadurch erreichte Radausschlag ausfällt, was ein feinfühligeres Lenken ermöglicht. Bei einem PKW liegt die Übersetzung je nach Größe des Wagens bei 10:1 bis 25:1, bei einem LKW bei 25:1 bis 40:1, wobei ab einem Wert von 16:1 eine Lenkhilfe (“Servolenkung”) benötigt wird.

Das Lenkgetriebe sorgt für eine bequeme Betätigung der Lenkung in PKW und LKW

Das Lenkgetriebe sorgt für eine bequeme Betätigung der Lenkung in PKW und LKW

Es gibt verschiedene Arten von Lenkgetrieben; die drei großen Hauptgruppen sind die Zahnstangen-, die Schrauben- und die Schnecken-Lenkgetriebe.

Zahnstangen – Lenkgetriebe
Diese Art des Lenkgetriebes ist für PKW üblich und ermöglicht eine relativ direkte Übersetzung. Das Lenkrad ist hier mittels der Lenkwelle und eines Zahnrades mit der Zahnstange verbunden, die teilweise die Spurstange ersetzt. Wird das Lenkrad gedreht, verschiebt sich die Zahnstange und schwenkt dadurch die Räder. Hat die Zahnstange eine nach außen hin kleiner werdende Zahnteilung, so führt das zu einer variablen Übersetzung, bei der die Lenkung in der Mitte direkter wirkt, während bei zunehmendem Lenkeinschlag immer weniger Kraftaufwand notwendig ist.

Schrauben – Lenkgetriebe
Diese gibt es in zwei Varianten: Getriebe mit Gleitstein und Kugelumlauf-Lenkgetriebe. Üblicher und besser, da nahezu verschleißfrei, ist das Kugelumlauf-Getriebe, das vor allem bei schwereren Nutzfahrzeugen eingesetzt wird, um eine relativ leichtgängige Lenkung und eine platzsparende Anordnung zu erreichen. Bei dieser Variante befindet sich am Ende der Lenkwelle eine Spindel, in die ein Gewinde gefräst ist, das Kugeln aufnehmen kann. Über diese Kugeln ist die Lenkwelle mit einer Mutter verbunden. Beim Lenkvorgang versetzen die Kugeln durch das Abrollen in ihren Bahnen die Lenkmutter in Bewegung und werden am Ende ihrer jeweiligen Bahnen durch gebogene Rohre wieder an den Anfang zurücktransportiert. Die Zähne der von den Kugeln verschobenen Lenkmutter wiederum führen zur Schwenkbewegung des Lenkstockhebels.

Schnecken – Lenkgetriebe
Auch hier gibt es zwei Varianten, nämlich das Schnecken-Segment-Lenkgetriebe und das Schnecken-Rollen-Lenkgetriebe. Ersteres ist sehr kraftaufwändig und hat einen hohen Verschleiß, während die zweite Variante, Nachfolger der ersten, leichtgängig und verschleißarm ist. Für diese Art des Getriebes spricht zusätzlich, dass es platzsparend und weniger aufwändig als das Kugelumlauf-Getriebe ist. Die Funktionsweise ist im Grunde recht einfach: Die Lenkwelle mündet in die Lenkschnecke, die wiederum in das darunter liegende, in eine Gabel drehbar eingelagerte Zahnsegment greift. Diese Gabel schwenkt beim Lenkvorgang aus und gibt die Bewegung an die Spurstangen weiter.
Kommentare deaktiviert
Veröffentlicht in Autoteile

Originalteile, die Fünfte – Jetzt auch mehr als 200.000 Peugeot OE-Teile bei daparto zu finden – 9. November, 2010

Kurz nachdem das Sortiment von daparto die 5 Mio. Marke geknackt hat folgt mit dem Start des Peugeot Originalteile-Sortiments auf der Plattform schon das nächste Highlight.

peugeot-logo2Seit der letzten Woche wird das Angebot von daparto um mehr als 200.000 Originalteile von Peugeot bereichert. Peugeot stellt damit neben VW, Skoda, BMW und Mercedes bereits das fünfte Originalteile-Programm auf dem Ersatzteile-Preisvergleich dar.

Ob ein originales Lenkgetriebe für einen Peugeot 306, ein Kupplungssatz für einen Peugeot 205 oder eine Lichtmaschine für einen Peugeot 407 aus dem Originalteile-Programm gewünscht werden – bei daparto finden Nutzer diese und viele weitere Teile des frannzösischen Herstellers mit dem Löwen im nun fast 5,5 Mio. Autoteile umfassenden Gesamtangebot.

Kommentare deaktiviert

Autotechnik von A bis Z: F wie Fahrwerk – 19. September, 2010

Das Fahrwerk gehört zu den elementaren Bereichen eines Fahrzeugs. Darunter versteht man alle Teile, die das Fahrverhalten eines KFZ bestimmen und beeinflussen. Zum Fahrwerk zählen die Räder, die Radaufhängung, die Federung, die Stoßdämpfer, die Lenkung sowie die Bremsen. 

Räder setzen sich auf der Felge sowie den Reifen zusammen. Sie stellen den Kontakt zwischen dem Fahrwerk und der fahrbahn her und sind somit entscheidend für die “Fahrdynamik” verantwortlich. Ziel im Fahrzeugbau ist es, Räder möglichst gewichtsreduziert zu konstruieren (z.B. mit Hilfe von Leichtmetallfelgen). Im Idealfall sind Räder besonders fest sowie die Reifen gegen Abnutzung und Abrieb möglichst resistent. Die an einem KFZ montierten Reifen müssen unabhängig von Witterung und Straßenverhältnissen  eine größtmögliche Haftung aufweisen. Der Kontakt zwischen Rädern und Fahrbahn wird mittels der Radaufhängung erzeugt.

Schematische Darstellung der Komponenten eines Fahrwerks

Schematische Darstellung der Komponenten eines Fahrwerks

Die Radaufhängung beinhaltet alle Autoteile, die die Räder und den Rahmen eines Fahrzeugs beweglich verbinden. Diese übermitteln beim Lenken, Bremsen und Beschleunigen entsprechende Kräfte an den Fahrzeugrahmen. Anforderung an die Radaufhängung ist, möglichst hohe Kräfte – Antriebskraft, Bremskraft und Seitenkraft – zu absorbieren.

Die Lenkung ermöglicht, das ein frei lenkbares KFZ gesteuert bzw. dessen Richtung vorgegeben werden kann. Sofern die lenkung “eingeschlagen” wird, stellen sich die Räder parallel in die gewünschte Richtung. Dies wird durch die Geometrie des Fahrwerks erzeugt. Mit Hilfe des so genannten ”Lenktrapez” (bestehend aus Vorderachse, Lenkhebeln und Spurstangen) verschiedene Einschlagwinkel an den Vorderrädern erzeugt werden udn ermöglichen so u.a. eine problemlose Kurvenfahrt. Der Einschlag des Rades im inneren der Kurve ist dabei größer als der des äußeren Rades.

Die Radbremse bzw. Betriebsbremse an einem Fahrwerk bewirkt die “schlupf-arme” Übertragung von Verzögerungskräften. Zur Betriebsbremse gehören alle Autoteile der Bremse, die direkt durch den Fahrer eines KFZ genutzt werden, um dessen Geschwindigkeit zu senken bzw. ein Fahrzeug anzuhalten. Die Betriebsbremsen sind am Fahrwerk angebracht und nehmen direkten Einfluß auf die Räder. In manchen Fällen wirken die Bremsen über eine Antriebswelle auf das jeweilig Rad der Antriebs-Achse.

Bei der Betrachtung des Fahrwerks aus KFZ-technischer Sicht gehören dazu die Lenkgeometrie (d.h. die geometrischen Eingenschaften der Lenkung), die Achsen und Radaufhängung mit den dazugehörigen Elementen von Federn und Dämpfern, die einzelnen Arten der Lenkung bzw. das Lenkgetriebe sowie die Räder und Reifen.  Die Lenkgeometrie umfasst alle Punkte, die mit der Stellung der Räder zur Fahrbahn und zur Längsachse (“Symmetrieachse”) des KFZ zusammenhängen. Hier geht es im Wesentlichen um die Winkel zwischen den Radebenen (die gedachte Kreisfläche durch die Mitte der Lauffläche von einem Reifen) sowie den Schwenkachsen (= Spreizachsen; die Achse um die ein Rad beim Lenken geschwenkt wird). Bei den erstgenannten geht es um die Themen “Spur” und “Sturz”. Das Lenkgetriebe wandelt die Drehbewegung des Lenkrades in eine Schubbewegung um. Diese wird mit Hilfe der Spustangen auf die zu lenkenden Räder übertragen. Bei einem Lenkgetriebe werden die folgenden Varianten unterschieden: die Zahnstangenlenkung, die Kugelumlauflenkung sowie die Gemmer-Globoidschneckenlenkung (Rollenlenkung). Bei den Achsen werden u.a. Starrachse und Einzelradaufhängung (Schwingachse) unterschieden.  Die Federn eines KFZ sollen zum einen den Fahrkomfort, zum anderen die Fahrsicherheit erhöhen. Man unterscheidet hier Blattfedern, Schraubenfedern, Torsionsfedern / Drehstabfedern sowie Luftfedern bzw. Gasfedern. Die Querlenker in einem Fahrwerk dienen dazu, ein KFZ in der Querrichtung zu stabilisieren. Wie die Federn sorgen auch die Stoßdämpfer für hohe Fahrsicherheit und gewünschten Fahrkomfort. Man unterscheidet zwischen Zweirohrstoßdämpfer und Einrohrstoßdämpfer, die mit Öldruck und/oder Gasdruck arbeiten. Die Räder und Reifen als Bestandteil am Fahrwerk sind dazu da, das Gewicht des KFZ, die Antriebskraft sowie die Bremskraft auf die Fahrbahn zu übertragen. Darber hinaus sorgen sie für die “Spurtreue”, d.h. die Einhaltung der gewünschten Fahrtrichtung und die Aufnahme von Fahrbahn-Unebenheiten.

Auto-fans benutzen häufig den Begriff “Sportfahrwerk” für eine “sportliche” Modifikation von Stoßdämpfern und Federn. Beim Einbau eines Sportfahrwerks werden die serienmäßigen Federn und Stoßdämpfer gegen sportlich ausgelegte Ersatzteile getauscht. Der Begriff “Sportfahrwerk” ist jedoch leicht irreführend, da bei einem Einbau nicht das komplette Fahrwerk im technischen Sinne getauscht wird, sondern lediglich einige Komponenten.

Kommentare deaktiviert
Veröffentlicht in Autoteile

Auto-Evergreens – Die ältesten in Deutschland angebotenen Neuwagen – 19. April, 2010

Es gibt sie noch – die guten Sachen. Ob Persil, Tempo oder Sinalco: Einige Marken und Produkte sind schon seit vielen Jahrzehnten am Markt und haben sich seitdem – zumindest hinsichtlich ihres Erscheinungsbildes – nur wenig verändert.

Der Lada Niva - Seit fast 30 Jahren nahezu unverändert in Deutschland angeboten

Der Lada Niva - Seit fast 30 Jahren nahezu unverändert in Deutschland angeboten

Auch im Automobil-Bereich gibt es einige Modelle, die schon seit vielen Jahren nahezu unverändert in den Showrooms der Auto-Händler stehen und sich im Laufe ihrer Produktion kaum verändert haben. Die zehn “ältesten Neuwagen Deutschlands” hat Spiegel Online vor Kurzem einmal vorgestellt. Das älteste, nach wie vor erhältliche Fahrzeugmodell ist demnach der Lada Niva. Der sehr günstige russische Geländewagen wird seit 1979  fast unverändert angeboten.  Auch ein deutscher Geländewagen steht mit dem dem Mercedes G-Modell in der Liste ganz vorn. Den in den 80er Jahren gern in “moosgrün” gekaufte Daimler gibt es seit ebenfalls seit 1979.  Die Gruppe der “Nutzfahrzeuge” komplettiert der Land Rover Defender, dessen aktuelles Modell seit 1986 zum Verkauf angeboten wird.  Ein Klassiker ist auch schon der VW Sharan. Ihn gibt es seit 1995. Seine Produktion wird laut VW im Herbst 2010 eingestellt und er erhält einen (hoffentlich würdigen) Nachfolger. Einen ebenfalls fast 10 Jahren alten Neuwagen im Oberklasse-Segment findet man mit dem Jaguar X-Type, der seit 2001 gebaut und verkauft wird.

Zwar sind viele der dienstältesten Neuwagen technisch und in punkto Design nicht mehr auf der Höhe der Zeit und werden daher demnächst durch Nachfolgemodelle abgelöst – ein Vorteil ist jedoch, dass durch die lange Bauzeit in der Regel fast alle Ersatzteile – ob Radlager, Lenkgetriebe, Bremsscheiben oder Bremsbeläge – in großer Auswahl am Markt verfügbar ist. Dies wirkt sich in den meisten Fällen sehr positiv auf die Reparaturkosten aus.

Kommentare deaktiviert