Der japanische Autohersteller Daihatsu gab gestern bekannt, dass er sich aus Europa zurück ziehen wird. Zum 31.01.2013 wird der Vertrieb der Marke, die seit 1988 mehrheitlich zu Toyota gehört, im europäischen Raum eingestellt.
Ein Haupt-Grund für den Rückzug ist die für Daihatsu schwierige Marktsituation – anders als seine Wettbewerber produziert der Hersteller nicht in Europa und muss seine Fahrzeuge aus Asien importieren. Damit ist Daihatsu mit dem Absatz seiner Kleinwagen, SUVs und Mittelklasse-Autos stark von der Entwicklung des Yen abhängig. Da sich dieser seit geraumer Zeit für das Unternehmen ungünstig entwickelt wird es zunehmend schwerer, Fahrzeuge im europäischen Wirtschaftsraum zu verkaufen. In Konsequenz müssen die Modelle zu nicht marktfähigen Preisen angeboten werden – alternativ verzichten die 300 deutschen Daihatsu-Händler auf wichtige Margen, um vor allem die Kleinwagen der Marke wettbewerbsfähig verkaufen zu können.
Die Folgen der Entwicklung zeigten sich schnell in den Absatz- und Zulassungszahlen. Während in 2008 noch fast 14.000 Autos alleine in Deutschland verkauft werden konnten schrumpfte dieser Wert in nur 2 Jahren auf 5.800 Einheiten. In Europa konnte Daihatsu im gleichen Zeitraum gerade einmal 18.000 Fahrzeuge verkaufen. Im Vergleich zum weltweiten Absatz, der 2010 bei fast 900.000 Fahrzeugen lag nimmt sich diese Zahl mehr als bescheiden aus.
Das 1907 gegründete japanischen Traditionsunternehmen firmiert seit 1951 unter dem Namen Daihatsu. 1977 wurden die ersten Modelle nach Deutschland importiert. Import und Vertrieb wurde zunächst von authorisierten Händlern organisiert; die Modelle hießen u.a. Cuore, Hi-Jet, Feroza, Charade und Rocky. 1989, kurz nach der mehrheitlichen Übernahmen durch Toyota, wurde die Daihatsu Deutschland GmbH gegründet, die ihren Sitz bis heute im rheinischen Tönisvorst hat. 1991 erreichten die Daihatsu Verkaufszahlen in Deutschland erstmals die Marke von 20.000 Einheiten. Wesentlicher Treiber war der Kleinwagen Daihatsu Cuore, der mittlerweile in fünfter Generation vermarktet wird. Die heutige Modellpalette der Marke besteht aus dem Terios, dem Trevis, dem Materia, dem YRV, dem Sirion und dem Copen, einem kleinen Coupe mit Rechtslenker.
Nach der Schließung der Daihatsu Deutschland GmbH 2013 sollen die Händler Versorgung in den Bereichen Service und Ersatzteile selbständig organisieren. Angesichts einer veralteten Modellpalette, nicht mehr zeitgemäßer Designs und zuletzt aufkommender Qualitätsprobleme ein nicht gerade einfaches Unterfangen.





