Seit Jahrzehnten gehört die Firma BRABUS aus Bottrop im Ruhrgebiet zu den ersten Adressen für die Veredelung von Automobilen. Das Unternehmen hat sich der Marke Mercedes verschrieben und modifiziert die zumeist bereist exklusiven Fahrzeuge aus Baden-Württemberg noch einmal signifikant in punkto Aussehen und Leistung. Der Begriff “Tuning” ist für die von BRABUS angebotene Dienstleitung eher Beleidigung als Ehre; vielmehr geht es hier um exklusive Fahrzeug-Veredelung bzw. um die weitere Etablierung der Marke als eigenständiger Fahrzeughersteller. Aus dem Hause BRABUS stammen verschiedene spektakuläre Modelle – vom GoKart-ähnlichen SmartBRABUS Roadster über eine G-Klasse mit knapp 800 PS V12 Motor und Sidepipes bis zum BRABUS Rocket, einem Mercedes CLS der über 350 km/h Spitzengeschwindigkeit erreicht und ein Drehmoment von mehr als 1000 Newtonmeter bietet.
Im Rahmen des Autosalons in Moskau hat BRABUS nun seinen neusten Coup vorgestellt. Einer Klientel, der auch im Bereich Automobil kaum ein Wunsch zu exklusiv und teuer sein kann wurde erstmals der so genannte “iBRABUS” vorgestellt. Wie es der Name vermuten lässt ist das Fahrzeug unter anderem mit allerlei Gadgets aus dem Hause Apple ausgestattet. Beim iBRABUS, der für 350.000 Euro zu haben ist, handelt es sich zunächst einmal um eine Mercedes S-Klasse, die zunächst nach BRABUS-Art mit einem 750 PS leistenden Motor 340 km/h erreicht. Soweit so normal für ein BRABUS Produkt. Interessant wird es bei der zusätzlichen Ausstattung des Wagens. Die Innenausstattung bietet unter anderem 2 iPads sowie einen im Dach eingearbeiteten und absenkbaren Flachbildschirm, der mittels 2 Tastaturen bedient werden kann. Auch ein iPod fehlt nicht. Um das iPad bequem bedienen zu können sind entsprechende Halterungen in den elektrisch ausklappbaren Tischen im Fond eingearbeitet.
Die Apple Produkte sind jedoch nicht einfach dem Fahrzeug als Zugabe “beigelegt”, sondern in die Bordelektronik integriert. Die iPads wurden mit dem “”Comand” System der S-Klasse verbunden, das Navigationssystem, Telefon und die Unterhaltungselektronik des Mercedes steuert. Alle Funktionen des COMAND Systems können somit auch über die Apple Produkte bedient werden.
Zwar wird die eingebaute Technologie sicherlich von Außenstehenden als “Gimmicks” mit wenig Nutzwert oder gar “Spielerei” interpretiert und deren Nutzwert angezweifelt; solange jedoch die BRABUS Kundschaft auf die angebotenen Features positiv reagiert hat Firmenchef Bodo Buschmann einmal mehr alles richtig gemacht. Wichtig ist letztendlich, was der Kunde als wichtig empfindet. Und so hat der iBRABUS sicherlich beste Verlaufschancen bei egozentrischen Russen oder nicht auf’s Kleingeld schauenden Arabern. Die Apple Ausstattung aus Bottrop ist jedoch nicht ganz billig – für die Basis-Version mit iPad, COMAND-Verbindung und lederbezogenem Klapptisch verlangt BRABUS 8900 Euro. Die Komplettversion kostet gar 48.000 Euro.

