Seit Jahrzehnten prägen Fahrzeuge aus japanischer Produktion das Straßenbild in allen Ländern der Welt. Die Automobilindustrie in Japan hat sich im 20. Jahrhundert neben der deutschen und der amerikanischen zum führenden Hersteller von PKW und Nutzfahrzeugen und zu einem der bedeutendsten KFZ-Exporteure entwickelt.

Toyota, Mazda, Nissan und Co. - Japanische Autohersteller bilden eine feste Größe in der weltweiten Automobilindustrie
Die Erfolgsgeschichte des japanischen Automobilbaus begann in den frühen Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Hersteller von Maschinen versuchten sich erstmals an der Fertigung von Fahrzeugen, die jedoch aufgrund der japanischen Politik der Abschottung allein für den nationalen Markt vorgesehen waren. Erst nach Kriegsende entwickelte sich die Automobilindustrie in ihrem eigentlichen Sinne. Durch ein Förderungsprogramm des Staates in diesen Industriezweig wuchs der Anteil japanischer Marken im Binnenmarkt kontinuierlich – während dieser im Jahr 1952 noch fast 70% betrug war dies bereits 1970 der Marktanteil japanischer Autobauer. Als weitaus stärste Marken in Japan konnten sich Toyota und Nissan etablieren.
In den 60er Jahren begannen die ersten japanischen Hersteller ihre Fahrzeuge auch zu exportieren. Grund dafür war das rasche Wachstum der Automobilindustrie in Japan und damit einhergehender Aufbau von Produktionskapazitäten, die einen Export erforderlich machten. Darüber hinaus war es seit den 70er Jahren für ausländische Investoren möglich, sich an japanischen Unternehmen zu beteiligen. Dies führte zu Allianzen von Chrysler und Mitsubishi, General Motors und Isuzu sowie Ford und Mazda. Diese Konstellationen ebneten den Weg für den Export von Fahrzeugen – vor allem Kleinwagen – aus Japan in die USA. Bereits 1980 wurden mehr als 5 Millionen japanische PKW exportiert.
Im Bereich der Produktion punkteten die Japaner mit Effizienz, beim Kunden kamen die Produkte aufgrund der guten Qualität und der geringen Preise an. Um politische Spannungen zwischen den USA und Japan einzudämmen, die sich aufgrund des großen Erfolges der japanischen Autos in Nordamerika entwickelt hatten, entschieden sich die japanische Regierung für eine Beschränkung der Exportmengen. Dies führte in der Folge dazu, dass japanische Hersteller begannen, Produktionsstätten in den USA aufzubauen. 1995 waren mit Nissan, Honda, Mazda und Toyota bereits 4 Hersteller aus Japan in den USA präsent. Besonders Honda war in den USA erfolgreich und übertraf bzgl. seiner Produktionszahlen bereits 1996 Chrysler als drittgrößten nationalen Autohersteller. Der Honda Accord entwickelte sich darüber hinaus zum meistverkauften PKW der USA und übertraf damit den lange führenden Ford Taurus. Auch in anderen Ländern begannen japanische Hersteller mit lokaler Fertigung von Automobilen. Seit den 80er Jahren sind Nissan, Honda und Toyota in Großbritannien aktiv; Mitsubishi ist seit 1995 in den Niederlanden präsent.
Ab dem Jahr 2000 kam es vermehrt zu Beteiligungen US-amerikanischer und deutscher Hersteller an japanischen Automobilbauern. So investierte DaimlerChrysler in Mitsubishi, GM baute seinen Anteil bei Isuzu aus und Renault übernahm Nissan. Obwohl der Marktanteil japanischer Fahrzeuge im Ausland seit einiger Zeit rückläufig ist, können sich Hersteller wie Toyota und Nissan weiterhin gut behaupten. Fahrzeuge wie der Toyota Corolla, der Toyota Prius, der Nissan 360Z oder der Nissan Micra konnten ihre Käufer u.a. in den vergangenen Jahren überzeugen. Darüber hinaus sprechen Hersteller wie Lexus, Subaru und Daihatsu die Kunden mit Nischenmodellen im Luxus-, Kleinwagen- und Off-Road Segment an. Die Qualität der aus Japan stammenden Fahrzeuge ist generell weiterhin hoch. In jüngster Vergangenheit hat jedoch das Image von Toyota aufgrund mehrerer Rückrufe sehr stark gelitten.
Zu den besonders erfolgreichen und markanten Modellen japanischer Hersteller in den letzten Jahrzehnten in Deutschland gehörten u.a. der Suzuki Samurai, der Mazda MX-5, der Datsun (heute Nissan) 280Z, der Mazda 121 sowie der Toyota Supra.