Vor über 110 Jahren rollte bereits der erste Renault auf die Straße. Heute gehört Renault zusammen mit dem Allianzpartner Nissan zu den “Top Four” der Automobilgruppen.
Renault – Wie alles begann:
Wir schreiben das Jahr 1898. Louis Renault sitzt in einem Holzschuppen in Boulogne-Billancourt und schraubt an seinem ersten Automobil. Der Prototyp vom Typ A erblickt das Licht der Welt und zu Weihnachten 1898 bekam Louis Renault den Auftrag 12 Fahrzeuge herzustellen. Ein paar Wochen später gründete er zusammen mit seinen Brüdern Fernand und Marcel das Unternehmen Renault Freres, welches übersetzt die Gebrüder Renault bedeutet. Der Erfolg gab den Gebrüdern recht, bereits 2 Jahre später hatte das Familienunternehmen über 100 Mitarbeiter.
In den 20er Jahren ging es richtig los:
Die goldenen 20er: 3000 Angestellte! Ihr habt richtig gelesen, nicht einmal 15 Jahre nach der Firmengründung hatte Renault 3000 Angestellte und im gleichen Jahr rollte auch noch der 10.000 Renault vom Band. Renault zeigte sich in den 20er und 30er Jahren allerdings Vielseitig, denn neben Autos produzierte das Unternehmen auch Lastwagen, Traktoren, Flugzeuge und Motoren für Boote.
In den 30er Jahren kam das Fließband:
Nicht etwa irgendein Fließband, nein – wir dürfen hier wirklich von “dem Fließband” reden. Denn es war damals weltweit das längste Fließband außerhalb der USA. Auf einer Fläche von 70.000 Quadratmetern entstand damals die Fertigungsstätte, das Fließband war 1,5 Kilometer lang. Doch dann kam der Krieg!
Nach dem Krieg ist vor dem Krieg:
Nach dem 2. Weltkrieg konzentrierte sich Renault nur auf ein einziges Modell, der Renault 4 CV. 1,15 Millionen Renault 4 CV Modelle gaben dem Unternehmen Recht und ein weiteres Werk wurde in den 70er Jahren gebaut. In den 70er Jahren war Renault einer der größten Hersteller des Kontinents.
In den 90er Jahren überzeugte Renault mit dem Renault Twingo! Dem ersten Fahrzeug mit “Hot Button”. Die Rede ist hier natürlich von dem Warnblinkschalter, der oben auf dem Armaturenbrett angebracht ist. Der Hot Button hatte wieder zugeschlagen und der Renault Twingo wurde zum Verkaufserfolg der 90er Jahre. Über 2,4 Millionen Fahrzeuge verließen das Werk in Frankreich, ca. 500.000 Stück wurden nach Deutschland gebracht. Beim Twingo gehörte teilweise das klappern zum Handwerk, denn die ersten Motoren mit untenliegender Nockenwelle und Stößelstangen haben öfters das Problem, dass die Ventile klappern.
Neuzeit:
Passend zum 100. Geburtstag wurde im neuen Technikzentrum das Licht eingeschaltet, bei Paris wurde das “Technocentre” in Betrieb genommen und zum ersten mal die komplette Forschungs- und Entwicklungsabteilung an einem Ort gebündelt. Renault führt eine Allianz mit Nissan und übernahm auch Dacia aus Rumänien, sowie Samsung aus Korea. Vor 2 Jahren unterzeichnete Renault-Nissan noch eine Kooperation mit der Daimler AG. Die nächste Generation vom Renault Twingo und der smart fortwo werden wohl eine gemeinsame Architektur haben. Ebenfalls wurde die Montage von Motoren der Renault Nissan Allianz, in Kompaktfahrzeugen sowie in leichten Nutzfahrzeugen von Daimler durch die Kooperation ermöglicht. Die Automobilindustrie rückt also immer etwas näher zusammen, und demnächst kann man dann vermutlich auch Renault Ersatzteile für Mercedes Fahrzeuge verwenden.






