Archiv für die Kategorie „Oldtimer Ersatzteile“

 

Fahre Prinz und du bist König – der Prinz der von der Konzernmutter vom Tron gestoßen wurde: NSU TT – 12. Mai, 2011

Es war einmal ein kleiner Prinz, im Jahre 1957 wagte sich NSU wieder an die Produktion von Automobilen und der kleine Prinz reifte zum NSU TT: Doppelscheinwerfer Drehzahlmesser und viel Platz für weitere Träume. Der luftgekühlte Reihenvierzylinder sitzt hinten quer eingebaut und wird über eine oben liegenden Nockenwelle angetrieben. 2 Ventile pro Zylinder sind für die perfekte Gemischbildung und den Auslass der Abgase verantwortlich. Der Hubraum lag bei 1177 cm³, die Leistung mit 65 PS eher überschaubar, das maximale Drehmoment von 85 Nm im Vergleich zu Heute schon fast lächerlich, doch damals, ja damals war das ausreichend, vor allem für ein Leergewicht von gerade einmal 685 kg. Schnell war er nicht, bei 160 km/h war schon die Beschleunigungsorgie vorbei, für den Sprint von 0 auf 100 km/h brauchte der NSU TT ca. 13 Sekunden und auf 100km verbrauchte er dabei unwirtschaftliche 8,5 Liter Super.

Der NSU TTS hatte zwar 5 PS mehr, doch auch dieser kleine Prinz schaffte es nur auf eine Spitzengeschwindigkeit von 163 km/h, die Alternative vom Werk: Man orderte einen Rennwagen, dieser hatte dann stattliche 85 PS allerdings leider keine Straßenzulassung. 4 Gänge reichten früher um das komplette Menü durchzuspielen, einen Kolbenfresser gab es eher selten und wenn doch, tja dann gibt es sogar heute noch Ersatzteile für den NSU TT, aber auch hier ist es wie immer: Alles was Original ist ist teuer, alles was den NSU TT schneller macht ist noch teurer oder alles was selten ist wird mit Gold aufgewogen. Zierleisten und original Teile für den Innenraum sind z.B. gesuchte Ersatzteile, denn originale NSU TT sind selten. Echte TTS sind noch seltener, denn von ihnen wurden nur 2402 Stück gebaut. Oft wurde ein normaler NSU TT auf TTS Optik umgebaut, also Augen auf beim Gebraucht TT Kauf. Ein sehr gut erhaltener NSU TT gibt es zum aktuellen Neuwagen Preis von einem Audi TT, die Frage die sich da stellt: Welcher Wagen versprüht mehr Charme?

Hier sieht man auch schön die aufgestellte Heckklappe, die beim NSU TT ja gleichzeitig die Motorhaube war. Der Motor hatte ein Kühlproblem, mit geschlossener Haube gab es schon mal den ein oder anderen Motorschaden / Brand. Der Motor hinten, der Antrieb auch, eigentlich ein Rennwagen wie aus dem Bilderbuch.

Audi, tja, die spätere Konzernmutter hatte zunächst ab 1969 das Sagen bei NSU und aus NSU wurde die Audi NSU Auto Union AG, wenn ein neuer Besen kehrt wird oft auch mal etwas gutes über Bord geworfen, so hat Audi sich damals von den Heckschleudern aus Neckarsulm als erstes getrennt. Den Namen TT hat Audi vor ein paar Jahren mit dem Audi TT ja wieder belebt, eigentlich sinnbefreit, hat das TT damals doch auf die Motorrad Erfolge bei der Tourist Trophy von NSU hingewiesen.

Die Großen der Branche: Heinrich Nordhoff (Volkswagen AG) – 16. Januar, 2011

Eine der wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Automobilgeschichte der Nachkriegszeit  ist zweifellos Heinrich Nordhoff. Nordhoff prägte die Entwicklung des VW Konzerns in den 50er und 60er Jahren zu einem der bedeutendsten Automobilhersteller der Welt.

Heinrich Nordhoff

Der Herr der VW Käfer - VW Chef Heinrich Nordhoff

Nordhoff studierte in Berlin Maschinenbau und sammelte bei BMW im Bereich Flugzeugmotoren und General Motors erste berufliche Erfahrungen. Bei GM bzw. Opel war er u.a. für die Kundendienst-Dokumente zuständig und bildete sich im Rahmen eines USA Aufenthaltes u.a. im Thema der Produktion weiter. Ende er 30er Jahre bekleidete Heinrich Nordhoff einen Vorstandsposten bei Opel. Nach Kriegsende wechselte er von Opel zu Volkswagen nach Wolfsburg und trat im neuen VW-Werk im Jahr 1947 seinen Dienst als Generaldirektor an. Zwischen 1948 und 1968 entwickelte sich das VW-Stammwerk zur umsatzstärksten Autobil-Produktionsstätte weltweit. Nordhoff intitiierte u.a. den Bau von Volkswagen Fabriken in Brasilien (VW do Brasil) und in Südafrika.

In der Ära Heinrich Nordhoffs war der VW Käfer das richtungsweisende Modell des Komzerns. Zwar basierte dessen Konzept auf schon in den 30er Jahren entwickelten Konstruktionen, u.a.  im Bereich Motor und Karosserie, jedoch konnte sich der Käfer lange Zeit gegen seine frontgetriebenen und mit Reihenmotor ausgestatteten Wettbewerber anderer Hersteller durchsetzen. Auch der VW Typ 3 und der VW Typ 4 waren Erfolgsmodelle, die unter der Regie von Heinrich Nordhoff entwickelt wurden.  Der erste VW mit Frontantrieb und wassergekühltem Motor unter Nordhoff war der durch NSU entwickelte VW K70. Damit legte der VW Chef den Grundstein für den späteren Erfolg von VW Passat und VW Golf.

Heinrich Nordhoff verstarb mit 69 Jahren im Jahre 1968. Sein Nachfolger an der VW Spitze wurde Kurt Lotz.

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Keine Überraschung: VW Käfer auf Platz 1 der VDA Oldtimer-Bestandsaufnahme 2010 – 17. August, 2010

W116

Belegt Platz 9 der KBA Liste für Oldtimer mit H-Kennzeichen: Die Mercedes S Klasse "W116"

Die aktuelle Oldtimer Bestandasaufnahme des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA), die dieser vor Kurzem beim Kraftfahrt Bundesamt in Flensburg in Auftrag gegeben hat, brachte keine überraschenden, aber dennoch interessante Ergebnisse. Die Erhebung stellt ein Ranking aller Fahrzeuge auf, die in Deutschland zugelassen, mindestens 30 Jahre alt sind und sich damit als “Oldtimer” für ein historisches Kennzeichen (“H-Kennzeichen”) qualifizieren.

Die Bestandsaufnahme wird klar vom VW Käfer angeführt. In der Top 10 finden sich zudem gleich sieben (!) Mercedes Modelle, ein Opel sowie ein Porsche. Dies liegt sicherlich zum einen an der hohen Qualität der Mercedes Produkte sowie deren zum anderen an den hohen genauten Stückzahlen. Die Ergebnisse des Rankings der 10 meist gefahrenen Oldtimer in Deutschland lauten im Einzelnen:

1. VW Käfer - Laut KBA sind in Deutschland noch rund 23.380 Käfer mit H-Kennzeichen registriert. Damit belegt der Ur-Volkswagen den Spitzenplatz der Liste. Bei eine Bauzeit von mehr als 50 Jahren und einer nach wie vor riseigen Fan-Basis weltweit ist das ehemals meist verkaufte Auto der Welt keine Überraschung auf der Pole Position.

2.  Mercedes “Strich 8″: Vom W114 bzw. W115, dem auch als “/8″ bezeichneten Mercedes Modell der späten 60er und 70er Jahre sind noch 6094 Einheiten in Deutschland zugelassen. Immerhin wurden vom beliebtesten Odlie-Mercedes mehr als 1,9 Mio. Stück zwischen 1968 und 1976 produziert.

3. Mercedes “Heckflosse”: Der W110 belegt Mercedes intern den 2. und auf der VDA Liste den 3. Platz.  Die “Heckflosse” lief zwischen 1959 und 1968 fast eine Million Mal vom Band und steht heute noch mit 4863 Einheiten in der H-Kennzeichen Statistik.

4. Mercedes SL (R107): Ein Design-Klassiker, der Mercedes Roadster SL aus der R107 Baureihe, findet sich auf Rang 4.  Der 350 SL löste 1981 die legendäre “Pagode” ab und erfreut sich auch heute noch dank robuster Bauweise und guter Qualität großer Beliebhet bei den Oldtimer Fans. In der KBA Statistik finden sich daher noch heute 4550 Fahrzeuge, die mit H-Kennzeichen gefahren werden.

5. Porsche 911 / 912: Das “Über Auto” aus Deutschland, der Porsche 911, dessen Karosserieform auch der Porsche 912 besass, steht auf Platz 5 der KBA Bestandsaufnahme der 30 Jahre alten Fahrzeuge. Der über 50 Jahre gebaute 911 hat nach wie vor eine riesige Fan-Gemeinde, die sich vor allem an den luftgekühlten Heckmotor Autos der 70er und 80er Jahre erfreut. Aktuell sind 3949 Porsche 911 aus Baujahr 1980 und älter mit einem H-Kennzeichen ausgestattet.

6. Mercedes “Pagode”: Der Vorgänger des Mercedes SL R107 findet sich auf Platz 6 der Rangliste wieder. Der sportliche Zweisitzer, der zwischen 1963 und 1971 produziert wurde und dessen Einstiegsmodell schon zur Markteinführung mehr als 22.000 Mark kostete, ist in der KBA Kartei noch mit 3933 Einheiten vertreten. INsgesamt wurden von der Mercedes Pagode 30.000 Exemplare gefertigt, von denen laut Statistik noch weit mehr als 10% in Betrieb sind.

7. Mercedes “S Klasse” (W108 / W109): Das Mercedes Flaggschiff ab Mitte der 60er Jahre, die S Klasse mit der internen Bezeichnung “W108 / W109″ ist ebenfalls in der Top Ten der Oldtimer in Deutschland vetreten. Vom ehemaligen Mercedes SPitzenmodell wurde auch ein Coupe und ein Cabrio produziert. Noch heute finden sich 2889 Autos dieser Baureihe mit H-Kennzeichen auf deutschen Straßen.

8. Mercedes Limousine (W123): Der “Taxi Mercedes” aus der Baureihe W123 prägte das Straßenbild in Deutschland in den 80er Jahren. Das Mittelklasse Modell von Mercedes wurde zwischen 1975 und 1985 produziert und mit zahlreichen Motorisierungen sowie als Coupe und Limousine angeboten. Der W123 gilt als sehr solides und qualitativ hochwertiges Fahrzeug, von dem noch heute 2727 Exemplare mit H-Kennzeichen unterwegs sind.

9. Mercedes “S Klasse” (W116):  Der Nachfolger des W108 wurde zwischen 1972 und 1980 produziert. Die intern als “W116″ bezeichnete S-Klasse war die spektakulärste Luxuslimousine der 70er Jahre und wurde mehr als 473.000 Mal gebaut. Von der damals in punkto Technik und Design Maßstäbe setzenden S Klasse sind noch heute 2673 Autos mit H-Kennzeichen zugelassen.

10. Opel Kadett: Platz 10 des KBA Rankings der beliebtesten Oldtimer mit H-Kennzeichen belegt der Opel Kadett. Der Kadett war der Verkaufsschlager aus dem Hause Opel und konnte es damals lange Zeit mit dem VW Käfer und dem VW Golf in punkto Stückzahlen aufnehmen. Autos der Kadett C allein wurden insgesamt mehr als 1,7 Mio. Mal produziert. Das KBA führt 2577 Opel Kadett der Baureihen A, B und C in seiner Liste der Oldtimer mit H-Kennzeichen und beschert Opel damit einen verdienten Platz unter den Top Ten.

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Youngtimer für kleines Geld – Der Mercedes 190D (W110) – 28. Juli, 2010

Ein nahezu “unkaputtbares” Auto aus dem Hause Mercedes-Benz, das seine Alltagstauglichkeit und geringen Betriebskosten auch heute noch unter Beweis stellt, ist der Mercedes 190D (interne Baureihen-Bezeichnung “W110″). Der 190D,  die “kleine Heckflosse” war in den 60er Jahren der schnellste (!) und komfortabelste Diesel der Welt. Im Vergleich zur “großen Heckflosse” (so wurden die von Mercedes als “Peilstege” zum Einparken gedachten Bugformen bezeichnet), dem  220er (W111) , fiel der 190D um 15 Zentimeter kürzer aus.

Kurze Modellhistorie des Mercedes 190D

Die verkürze Variante des W111 (Heckflosse mit Sechszylinder Motor), der 190D (W110) wird 1961 erstmals vorgestellt. Er ersetzt als neue Baureihe den intern als W121 bezeichneten 190D “Ponton”. Als Extras erhältlich waren bereits Servolenkung und Automatik Getriebe. 1965 wurde der 190D zum 200D aufgewertet. Zwar wurde der Tank von 51 auf 65 Liter vergrößert und optische Anpassungen wie rechteckige Rückleuchten und Blinker unterhalb der Scheinwerfer wurden umgesetzt, die Leistung des Motors blieb jedoch bei 55 PS. Damit erreichte der kleine Diesel bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 133 km/h, was ihn schneller machte als z.B. einen VW Käfer. Die leichte Vergrößerung des Motors führte u.a. auch zu einer Erweiterung der Kurbelwellenlager. 1968 lief die Produktion des W110 aus und er wurde durch seinen sehr erfolgreichen Nachfolger “W115″ (“Strich 8 genannt”) ersetzt. Insgesamt fertigte Mercedes während der 7-jährigen Produktionszeit fast 390.000 Einheiten des 190D bzw. 200D.

Der W110 als Klassiker im Alltag

Der Mercedes 190D (W110) wird auch als "kleine Heckflosse" oder "Wanderdüne" bezeichnet.

Der Mercedes 190D (W110) wird auch als "kleine Heckflosse" oder "Wanderdüne" bezeichnet.

Wie bei vielen automobilen Schätzchen steht auch beim 190D oftmals der Rost als Feind im Weg. Daher sollte beim Kauf sehr akribisch auf das Thema “Korrosion” geachtet werden. Ist der Daimler jedoch gepfegt steht einem alltagstauglichen “Cruiser” nichts im Wege. Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen wird allgemein als gut bezeichnet. Neben Originateilen von Mercedes bietet auch der freie Markt fast alle Ersatzteile für die kleine Heckflosse an. Ob Bremsscheiben, Radlager, Auspuff oder Lichtmaschine – sowohl neu als auch gebraucht ist fast alles vorhanden. Schwierig wird es auch hier bei Teilen für die Innenausstattung sowie Zierleisten und anderen Chromteilen. Oft muss die Einspritzanlage justiert werden – hier sollte man auf einen erfahrenen MB-Experten vertrauen. Auch für den als “Wanderdüne” bezeichneten W110 gilt, dass gute Autos rar und teuer sind. Viele Exemplare sind verheizt oder wurden ohne Sachverstand zusammengeflickt. Wichtig ist wie erwähnt der Rost, der u.a. an Schweller, Einstiegsleisten, Radlauf und Reserverad wuchern kann. Daher empfiehlt sich die Nutzung eines Endoskops zur genaueren Diagnose.

Im Unterhalt ist der MB 190D sehr genügsam. Für einen Kilometer fallen bei einer Fahrleistung von 7000 Kilometern, Oldimer Versicherung und H-Kennzeichen nur 0,13 Euro an. Die Steuer schlägt lediglich mit 190 Euro zu Buche, die Versicherung kostet keine 80 Euro und der im Jahr verfahrene Diesel kostet ca. 670 Euro. Damit gehört der 190D zu den sehr günstigen Klassikern – vorausgesetzt natürlich, dass die Heckflosse über eine gute Substanz verfügt.

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Schicker Mercedes 190 D “Heckflosse” eines daparto-Nutzers aus Aschaffenburg – 7. Januar, 2010

Heute erreichte uns die Mail eines daparto-Nutzers, der eine Mercedes 190 D “Heckflosse” besitzt und sich auf dem Marktplatz nach Ersatzteilen umgesehen hat. Der Wagen aus Aschaffenburg ist ein echtes Schmuckstück – wir möchten ihn daher auch gern den Lesern des daparto Blogs einmal vorstellen.

Mercedes 190 DC "Heckflosse"

Mercedes 190 DC "Heckflosse"

Auch für die fast 50 Jahre alte Heckflosse werden bei daparto mehr als 1000 Ersatzteile angeboten – vom Radlagersatz über die Wasserpumpe bis zu den Bremsscheiben.

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