Autotechnik von A bis Z: E wie Elchtest
– 1. September, 2010

Mit dem so genannten “Elchtest” ist in Deutschland ein Fahrzeug ganz besonders verbunden – die Mercedes A-Klasse W168. Mit dem Elchtest wird eine Überprüfung der Fahrdynamik eines KFZ vorgenommen, bei dem vor allem die Seitenstabilität auf die Probe gestellt wird.

Beim Elchtest wird das Fahrzeug ohne zu Bremsen in hoher Geschwindigkeit zuerst nach links eingelenkt und nach kurzer Geradeausfahrt nach rechts gelenkt. Im Idealfall zeigt das Auto weder ein Ausbrechen noch ein Umkippen durch die schnellen Spurwechsel. Mit dem Manöver wird das Ausweichen vor einem Elch simuliert; nicht selten werden die Fahrtestets neuer Fahrzeuge in Skandinavien durchgeführt. Der Test wird heute als festes Element bei der Erprobung der Fahrdynamik neuer PKW angewendet; die VDA-Regularien sprechen vom “VDA Spurwechseltest”.

Sofern ein KFZ mit einem ESP ausgestattet ist kann der Elchtest mit weitaus höherer Geschwindigkeit bestanden werden. Schlechte Test-Ergebnisse von Fahrzeugen ohne ESP haben dazu geführt, dass ab 2011 jeder PKW in der EU mit einem ESP ausgestattet sein muss. Ab 2014 gilt diese Regelung für alle PKW weltweit.

Das Synonym für Elchtest-Versager: Die Mercedes A-Klasse (W168)

Das Synonym für Elchtest-Versager: Die Mercedes A-Klasse (W168)

In der Geschichte des Elchtest hab es einige sehr prominente Beispiele, die dabei sang- und klanglos durchfielen. Bekanntestes Beispiel ist die Mercedes A-Klasse. Diese kippte im Rahmen des Tests um und landete auf dem Dach. Obwohl urpsünglich nicht geplant wurde die A-Klasse daraufhin serienmäßig mit ESP ausgestattet, was für ein Fahrzeug der “Golf-Klasse” Ende der 90er Jahre außergewöhnlich war. Der Image-Schaden für Mercedes durch den nicht bestandenen Elchtest war enorm und brachte dem Hersteller sehr viel Spott ein. Bei einem an den Elchtest angelehnten Fahrversuch des ADAC 2005 fiel auch der Dacia Logan auf bzw. um. Auch der BMW 5er (e60) zeigte Probleme im Rahmen des Tests; er brach mit dem Heck aus. 2007 legte sich ein Land Rover Defender während des Elchtests auf’s Dach – Grund war vor allem das fehlende ESP. Das jüngste der umgekippten Fahrzeuge war der Citroen Nemo, der ebenfalls kein serienmäßiges ESP besass.

Problematisch ist der Elchtest nicht nur für Fahrzeuge ohne elektrisches Stabilitätsprogramm, sondern generell für KFZ mit hohem Schwerpunkt. Diese neigen bei schnellerer Fahrt und abrupten Lenkmanövern aus physikalischen Gründen zum Kippen und Umfallen.

Der Opel Manta – In 40 Jahren vom Familien- zum Kultauto
– 31. August, 2010

In diesem Jahr finden verschiedene Modell-Jubiläen der Marke Opel statt – u.a. der 40. Geburtstag des Opel Manta. Wenn das kein Grund zum Feiern für die Opel-Fangemeinde ist! Zumindest Manta- Fans a la “Manta Manni” oder “Friseusen Inge” werden die Entstehung des “Rochen” vor 40 Jahren sicherlich gebührend begehen.

Der Opel Manta B400 - Seltenes Spitzenmodell des Kultautos

Der Opel Manta B 400 - Seltenes Spitzenmodell des Kultautos aus den 80er Jahren

Anfangs sollte der Opel Manta nur als Nischenmodell mit leichten sportlichen Ambitionen auf den deutschen Markt kommen. Die Idee zum heutigen Kultauto stammte ursprünglich aus den USA.
Ende der 60er Jahre begeisterte der amerikanische Automarkt auch die deutschen Autofans. Die Ami-Schlitten mit Heckflügel und viel Chrom waren schon damals Kult. Zwar fand deren Formgebung bei den deutschen Autobauern wenig Anklang, aber ein sportliches Auto-Modell war vor dm Hintergrund der bisher eher konservativen Modelle von BMW, Ford, Mercedes und Co. für viele Autofahrer interessant. Aus diesem Grunde präsentierte u.a. Ford schon 1968 den Ford Capri. Das Coupe -  zur damaligen  Zeit einmalig in seiner Form – fand schnell Begeisterung und Absatz bei jungen Auto Freaks. Diese Tatsache veranlasste Opel, den Manta A (auch “Projekt 1450″ genannt) in Serie herzustellen, um damit potenzielle Capri Kunden anzusprechen.

Der erste Manta A wurde im Jahre 1970 in Norddeutschland, am Timmendorfer Strand an der Ostsee, vorgestellt. Damit löste der Opel Manta, welcher sich seit 1967 in der Entwicklung befand, den Opel Olympia ab. Der Opel Manta wurde von dem Designer George Gallion entwickelt. Auch wenn der Opel Manta für die damalige Zeit als Coupe zunächst sportlich aussah , so war er zuerst alles andere als ein flottes Fahrzeug: Mit seinem Basismotor erreichte der Opel Manta gerade einmal eine Spitzengeschwindigkeit von 145 km/h.

Das änderte sich, als Volkswagen mit dem VW Scirocco 1974 auf dem Automarkt präsent war, um dem Manta und dem Capri bzw. deren sportliche Klientel Paroli zu bieten. Dank seines kleinen Motors überstand der Opel Manta A die Ölkrise 1973 /74 zunächst unbeschadet. Die Antwort von Opel auf denVW  Scirocco liess danach nicht lange auf sich warten. Noch im Jahr 1974 präsentierte Opel den Manta A GT/E mit einem 105 PS starken Einspritzmotor. Damit erreichte das Coupe endlich das lang ersehnte Temperament, welches zur Sportlichkeit der Karosserie bisher fehlte. Mit dem Manta GT/E wurde bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h erreicht. Jedoch war ein derart starker Opel Manta A bei den Kunden noch nicht häufig nachgefragt und die Baureihe wurde nach nur einem Jahr eingestellt.

Die höchsten Verkaufszahlen verzeichnete der Opel Manta A in der L und SR Variante. Das Wort L verdeutlichte mit dem Manta A “Luxus”, in Form von einem verchromten Auspuff-Endrohr, Armaturen in Chromoptik und weitere optischen Details. Die Bezeichnung SR stand für “Sportlichkeit” mit Alufelgen, schwarzen Seitenstreifen sowie einigen Zusatzinstrumenten. Die Opel Manta A Generation setzte sich dann fort in immer weiteren sportlichen Versionen.

1975 folgte mit dem Opel Manta B eine breite Motorenpalette. Diese reichte von einem 1,2 Liter Basismotor bis 3,0 Liter Sechszylinder im legendären und seltenen Opel Manta 400. Für besonders sportlich orientierte Opel Manta Fans gab es dann ab 1979 die Modelle GT/J und GT/E. 1980 erhielt der Manta ein Facelift und präsentierte 1981 den stärksten Manta als 2,4 Liter V6 und der Spitzenversion mit 275 PS Leistung. Seit dem Film:“ Manta Manta“ begannen die Verkaufszahlen stark zu sinken. Nach 13 Jahren Opel Manta A und B wurde die Produktion 1988 nach 1.056.436 verkauften Fahrzeugen eingestellt. Nachfolger des Opel Manta B wurde der Opel Calibra.

Autotechnik von A bis Z: D wie Dieselmotor
– 30. August, 2010

Der Dieselmotor wurde 1892 von Namensgeber Rudolf Diesel in Augsburg erfunden und ist ein Verbrennungsmotor zum Antrieb von Fahrzeugen. Der Dieselkraftstoff entzündet sich als Besodernheit der Diesel-Technik im Rahmen des Verbrennungsvorgangs selbst, sobald er in die heiße Verbrennungsluft eingespritzt wird. Dies liegt daran, dass die Temperatur der vorab verdichteten Luft extrem hoch ist. Man spricht bei Diesel-Fahrzeugen daher auch von “Selbstzündern”. Zündkerzen, wie sie beim Verbrennungsvorgang in Otto-Motoren benötigt werden, sind beim Dieselmotor überflüssig. Stattdessen sind in einem Diesel PKW so genannte Glühkerzen verbaut, die lediglich beim Kaltstart unterstützen.

Diesel - Treibstoff für den "selbstzündenden" Dieselmotor

Diesel - Treibstoff für den "selbstzündenden" Dieselmotor

Ein in der Regel als 4-Takt Motor ausgelegter Dieselmotor benötigt im Gegensatz zum Otto-Motor kein brennbares Luft-Kraftstoff Gemisch und arbeitet vielmehr mit einem Luftüberschuss. Man unterscheidet verschiedene Verfahren der Diesel-Einspritzung; u.a. die Direkteinspritzung. Gängig in Diesel PKW sind das führende Common Rail- und das Pumpe-Düse System (u.a. noch im Golf IV TDI eingesetzt).

Wesentliche Vorteile des Dieselmotors im Vergleich zum Ottomotor sind sein verbesserter “Wirkungsgrad” (d.h. das Verhältnis von abgegebener Leistung zu zugeführter Leistung – also ein besseres Input-Output Verhältnis) und sein geringerer Verbrauch sowie der günstigere und weniger gefährliche Kraftstoff. Diesel ist im Vergleich zu Super oder Benzin nur schwer entzündlich. Nachteile liegen u.a. die aufwendige Konstruktion des Dieselmotors und die höhere Geräusch- und Abgasentwicklung. Der Verbrennungsvorgang erzeugt Ruß, der in der Regel durch einen “Partikelfilter” des PKW aufgefangen wird. Vorreiter im serienmäßigen Verbau von Partikelfiltern war Peugeot, das diese bereits Anfang 2000 in seinen Modellen verwendet.

“Diesel” wird als Kraftstoff für den Betrieb von Dieselmotoren im Gegensatz zum Otto.Motoren, die mit “Benzin” oder “Super” Kraftstoff betrieben werden, benötigt. Der Kraftstoff “Diesel” ist ebenfalls nach Rudolf Diesel benannt und setzt sich aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen zusammen. Im Diesel enthalten sind neben Kerosin und so genanntem “Gasöl” auch verschiedene Additive. Der Prozess zur Herstellung von Dieselkraftstoff sowie das abschließende Produkt ähnelt dem des Heizöls.

Der erste Dieselmotor wurde mit pflanzlichem Öl betrieben. Heutiger Dieselkraftstoff wird aus Eröl gewonnen. Darüber hinaus wird seit einigen Jahren “Biodiesel” eingesetzt, der aus Rapsöl erzeugt wird. Einen modernen Diesel PKW mit Heizöl oder Rapsöl zu betreiben ist grundsätzlch möglich, jedoch für den Motor auf Dauer schädlich.

Apple Produkte + BRABUS S-Klasse = iBrabus
– 29. August, 2010

Seit Jahrzehnten gehört die Firma BRABUS aus Bottrop im Ruhrgebiet zu den ersten Adressen für die Veredelung von Automobilen. Das Unternehmen hat sich der Marke Mercedes verschrieben und modifiziert die zumeist bereist exklusiven Fahrzeuge aus Baden-Württemberg noch einmal signifikant in punkto Aussehen und Leistung. Der Begriff “Tuning” ist für die von BRABUS angebotene Dienstleitung eher Beleidigung als Ehre; vielmehr geht es hier um exklusive Fahrzeug-Veredelung bzw. um die weitere Etablierung der Marke als eigenständiger Fahrzeughersteller. Aus dem Hause BRABUS stammen verschiedene spektakuläre Modelle – vom GoKart-ähnlichen SmartBRABUS Roadster über eine G-Klasse mit knapp 800 PS V12 Motor und Sidepipes bis zum BRABUS Rocket, einem Mercedes CLS der über 350 km/h Spitzengeschwindigkeit erreicht und ein Drehmoment von mehr als 1000 Newtonmeter bietet.

Der iBRABUS - Surfen per iPad bei 340 km/h

Der iBRABUS - Surfen per iPad bei 340 km/h

Im Rahmen des Autosalons in  Moskau hat BRABUS nun seinen neusten Coup vorgestellt. Einer Klientel, der auch im Bereich Automobil kaum ein Wunsch zu exklusiv und teuer sein kann wurde erstmals der so genannte “iBRABUS” vorgestellt. Wie es der Name vermuten lässt ist das Fahrzeug unter anderem mit allerlei Gadgets aus dem Hause Apple ausgestattet. Beim iBRABUS, der für 350.000 Euro zu haben ist,  handelt es sich zunächst einmal um eine Mercedes S-Klasse, die zunächst nach BRABUS-Art mit einem 750 PS leistenden Motor 340 km/h erreicht. Soweit so normal für ein BRABUS Produkt. Interessant wird es bei der zusätzlichen Ausstattung des Wagens. Die Innenausstattung bietet unter anderem 2 iPads sowie einen im Dach eingearbeiteten und absenkbaren Flachbildschirm, der mittels 2 Tastaturen bedient werden kann. Auch ein iPod fehlt nicht. Um das iPad bequem bedienen zu können sind entsprechende Halterungen in den elektrisch ausklappbaren Tischen im Fond eingearbeitet.

Die Apple Produkte sind jedoch nicht einfach dem Fahrzeug als Zugabe “beigelegt”, sondern in die Bordelektronik integriert. Die iPads wurden mit dem “”Comand” System der S-Klasse verbunden, das Navigationssystem, Telefon und die Unterhaltungselektronik des Mercedes steuert.  Alle Funktionen des COMAND Systems können somit auch über die Apple Produkte bedient werden.

Zwar wird die eingebaute Technologie sicherlich von Außenstehenden als “Gimmicks” mit wenig Nutzwert oder gar “Spielerei” interpretiert und deren Nutzwert angezweifelt; solange jedoch die BRABUS Kundschaft auf die angebotenen Features positiv reagiert hat Firmenchef Bodo Buschmann einmal mehr alles richtig gemacht. Wichtig ist letztendlich, was der Kunde als wichtig empfindet. Und so hat der iBRABUS sicherlich beste Verlaufschancen bei egozentrischen Russen oder nicht auf’s Kleingeld schauenden Arabern. Die Apple Ausstattung aus Bottrop ist jedoch nicht ganz billig – für die Basis-Version mit iPad, COMAND-Verbindung und lederbezogenem Klapptisch verlangt BRABUS 8900 Euro. Die Komplettversion kostet gar 48.000 Euro.

Veröffentlicht in Automarken, Mercedes Ersatzteile

ADAC Test von Werkstätten sieht Vertragshändler im Vorteil
– 27. August, 2010

Der aktuelle Werkstatt-Test des ADAC hat die Ergebnisse früherer Untersuchungen bestätigt. Während die geprüften Betriebe von Herstellern wie Mercedes, Opel oder Toyota gut abschnitten, konnten die freien Werkstätten aus dem “Meisterhaft” Verbund sowie die getesteten ATU Filialen nicht überzeugen.

Auch in diesem Jahrf hat ADAC wieder freie und markengebundene Werkstätten getestet

Auch in diesem Jahrf hat der ADAC wieder freie und markengebundene Werkstätten getestet

Der ADAC hat insgesamt 75 Betriebe unter die Lupe genommen, darunter je 5 Vertragswerkstätten von Mercedes, Renault, Opel, Toyota und VW, 27 Filialen der ATU Werkstattkette sowie 25 dem “Meisterhaft” Konzept angeschlossene freie Werkstätten. Den Kandidaten wurden “Klassiker” des Werkstatttests vorgeführt, wie z.B. defekte Kennzeichenleuchten,  lose Aufhängung des Auspuffs oder zu geringer Fülldruck des Reserverades. Es ging im Test nicht nur darum, die eingebauten Fehler zu finden – kritisch betrachtet wurde der gesamte Ablauf von der Annahme der Reparatur über die Durchführung bis zur abschließenden Übergabe.

Die im Test geprüften Betriebe von Mercedes überzeugten mit weißer Weste und erhielten 5 Mal die Note “sehr gut”. Bei VW, Opel und Renault erreichten 4 Betriebe die Höchstnote. ATU Betriebe konnten nur in einem Drittel der Fälle alle Fehler finden und beheben, bei “Meisterhaft” Partnern waren es gar nur 25%. 2 ATU Filialen erhielten dagegen die Note “mangelhaft”, während “Meisterhaft” diese Note gleich sieben Mal kassierte.

Der ADAC bemängelte im Test des Reparatur-Prozesses gleich mehrere Punkte – so fehlten u.a. die Direktannahme und eine “verständliche” Rechnung, bei der zudem die Arbeiten dokumentiert waren. Die Organisation rät Autofahrern, beim Werkstatt-Auftrag auf einem Vermerk “Durchführung nach Herstellervorschrift” zu bestehen. Zudem sollten Werkstattkunden auf Preise für Ersatzteile achten. Autoteile in Originalteile-Qualität seien in der Regel günstiger als mit dem Autohersteller-Logo versehen, baugleiche Teile.

Veröffentlicht in Tipps & Tricks